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Als Partnerin und Partner,
als Angehörige/r oder auch Freund/in eines
Menschen,
der selbst von einer Alkoholproblematik oder Alkoholabhängigkeit
betroffen ist,
sind wir allein durch die partnerschaftliche / verwandtschaftliche
Beziehung
in diese Problematik oder Erkrankung involviert
also mit-betroffen.
Eine ganz besondere Lebenssituation: |
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Einerseits
ist da die Zuneigung zu einem Menschen, der uns
am Herzen liegt,
das Verständnis für seine Gefühle,
aber auch die Sorge um seine Gesundheit,
der tiefe Wunsch und die selbst empfundene Verantwortung,
ihm zu helfen,
das Bemühen, die persönliche Beziehung
lebendig und glücklich zu erhalten.
Und die Hoffnung, das mit Solidarität, mit
Mitgefühl, mit Liebe zu ermöglichen. |
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Andererseits
ist da, irgendwann, auch die Anstrengung spürbar,
die es kostet,
sich über eine längere Zeit mit der Problematik
und ihren Begleiterscheinungen
konfrontiert zu sehen, sich immer wieder berühren
zu lassen, nicht aufzugeben,
auch Auseinandersetzungen über den Umgang mit
der Problematik auszuhalten.
Vielleicht das Gefühl der Überforderung,
der Hilflosigkeit. Zweifel, Schuldgefühle. |
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Schließlich
(oft verharmlost / verheimlicht / verdrängt)
wächst die Belastung,
weil sich die Auswirkungen der Alkoholproblematik
kontinuierlich verschlimmern,
und man selbst - häufig im Unterschied zum/zur
Betroffenen - ja: darunter leidet.
Aus Mit-Tragen-Wollen wird Nicht-Mehr-Können.
Aus Verantwortung Verzweiflung:
Was muss ich tun, um ihn/sie endlich zu retten?
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In diesem Spannungsverhältnis
zwischen Sorge und Hilflosigkeit,
zwischen Zuneigung und Belastung, zwischen Ja
und Nein,
liegt die eigentliche, jetzt ganz persönliche
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Problematik
des Mit-Betroffen-Seins |
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Die innere, emotionale Selbstzerrissenheit gipfelt
in der ausweglosen Angst:
so oder so etwas ginge immer verloren: entweder
das du oder das ich.
Und weil ich und du
zusammenhängen, ja von einander abhängen,
wäre doch immer alles verloren. |
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Diese Angst lähmt, macht ohnmächtig.
Deshalb ist es für mit-Betroffene schwer,
den inneren Fokus von diesem unlösbaren Konflikt
ab- und auf sich selbst zu lenken,
sich selbst einmal andere Fragen zu stellen als
die nach der Rettung des Gegenübers,
Fragen wie ... |
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Habe ich nicht das Recht, über das alles
einfach mal traurig zu sein? |
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Wo habe ich mein Gefühl für mich, meine
Selbstachtung, meine Würde versteckt? |
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Kann ich mich überhaupt noch an meine Interessen,
Wünsche, Sehnsüchte erinnern? |
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Was kommt denn, so wie es jetzt ist, alles zu
kurz? Kinder? Kontakte? Mein Leben? |
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Wann und mit wem habe ich das letzte Mal wirklich
offen über mich gesprochen? |
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Gibt es ein gemeinsames Vertrauensverhältnis
oder nur beidseitige Abhängigkeit? |
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Ist eines echtes Gleichgewicht aus Eigenständigkeit
und Gegenseitigkeit möglich? |
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Kann ich (können wir) die Beziehung mit neuen
Impulsen, mit neuem Leben füllen? |
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Was brauche ich persönlich,
um mich in meiner Beziehung wirklich wohlzufühlen? |
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Ermutigung |
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Mit der eigenen Entscheidung, solchen Fragen einmal
nachzugehen,
könnte ein Weg anfangen, ein Weg, den es doch
scheinbar nicht gibt,
ein Weg aus der Ausweglosigkeit. Wohin der Weg mich
(und uns) führt,
das kann ich wählen, wenn ich wieder weiß,
wer ich bin und was ich will. |
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