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Alkohol an sich ist
ja kein Problem.
Ob ich ein Problem mit dem Alkohol
habe, wie ich mein Verhältnis
zum Alkohol sehe
und beschreibe (etwa: als Genuss / Konsum / Ritual
/ Missbrauch / Abhängigkeit)
das ist eine Frage der Selbsteinschätzung.
Die objektive, allgemeingültige Definition,
ob und wann man von einer Alkohol-Problematik oder
-Erkrankung selbst betroffen ist,
gibt es nicht. Es gibt nur Fragen an sich selbst,
die bei der Selbsteinschätzung helfen: |
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Trinke ich zu oft /
zu exzessiv / zu unkontrolliert? |
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Trinke ich meistens
vor oder in ganz bestimmten Situationen? |
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Wie fühle ich mich,
wenn ich längere Zeit nüchtern bleiben
will / muss? |
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Verändern sich
durch den Alkohol mein Verhalten oder meine Persönlichkeit?
Mache ich "unter Alkohol" Dinge, die nicht
zu mir passen und die ich nachher bereue? |
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Gab oder gibt es Schwierigkeiten
(oder schon Verluste?) im Zusammenhang mit Alkohol?
(Führerschein? Arbeit? Partnerschaft? Familie?
Interessen? Hobbies? Selbstwertgefühl?) |
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Nun kann die Selbsteinschätzung
ja manchmal ganz allgemein (das kennt wohl jede/r)
durch eine Art Betriebsblindheit sich
selbst gegenüber oder durch starke Emotionen
(Ängste, Scham, Stolz etc.) einseitig gefärbt
oder - in diesem besonderen Fall -
auch durch (gewünschte / ungewünschte)
Effekte des Alkohols getrübt sein. |
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Dann sind Reaktionen
und Eindrücke des persönlichen Umfelds
eigentlich Chancen,
die Selbsteinschätzung vielleicht zu überprüfen,
mal mit anderen Augen hinzusehen: |
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Nehmen andere mich anders
wahr als ich mich selbst? Wenn ja: wie? Und
warum? |
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Höre ich von anderen, dass man mein Verhalten
irgendwie problematisch findet? |
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Fordern andere mich
vielleicht auf, mich zu ändern oder etwas an
mir zu tun? |
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Wurden mir von anderen
schon irgendwelche "Konsequenzen" angedroht? |
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Ermutigung |
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Um sich solche Fragen
zu stellen und zu beantworten, dazu braucht man
Vertrauen
statt Angst vor Schuldzuweisungen und Vorwürfen,
und man braucht das Gefühl,
nicht in eine gewisse Ecke ("Alkoholiker unter
der Brücke") gedrängt zu werden. |
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Es gehört zur Selbshilfe
und zum neuen weg dazu,
dieses Vertrauen anzubieten.
Wir sind schließlich selber selbst-Betroffene,
die aus eigener Erfahrung wissen,
dass es viel Mut und Vertrauen braucht, für
sich selbst diese Bilanz zu ziehen.
Und dann: |
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Möglicherweise
zu dem Ergebnis zu kommen, selbst betroffen
zu sein,
wäre nicht das Eingeständnis
einer Charakter- oder Willensschwäche,
sondern würde die eigene Stärke zeigen,
sich selbst ernst zu nehmen. |
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